in nicht ganz zwanzig minuten ist weihnachten. heuer verbringe ich dieses fest zum ersten mal in meinem fast 30jährigen leben nicht mit meiner familie, und ich muss sagen, es ist das schönste und befreiendste gefühl seit langem. kein gebrüll, keine tränen, keine schuldzuweisungen, keine sinnlosen kommentare - nichts. nein, im gegenteil, ich kriege besuch von einer freundin aus england, die dann gleich für ein paar tage bleiben wird, und wir werden uns eine gute zeit machen.
das schönste weihnachtsgeschenk auf der ganzen welt habe ich sowieso schon erhalten, von dem her muss ich mir auch darüber keine gedanken mehr machen. überhaupt schenken wir uns zuhause eh nichts mehr, weil meine mutter ja das gesamte geld der familie auf den kopf geschlagen hat. meine brüder haben beschlossen, hinzufahren, um "die alten nicht allein zu lassen", aber ich geb mir das dieses jahr nicht. das hab ich bereits letztes jahr entschieden, nach der obligaten katastrophe, die aber 2010 wirklich ihren höhepunkt gefunden und mich letztendlich dazu bewogen hat, dem familienbeisammensein den rücken zu kehren. ich bin zu alt für sowas, ich hab einfach keine nerven mehr für diesen mist. verdammte scheiße, ich bin erwachsen und hab ein eigenes leben (in das sich meine mutter zwar immer noch ständig einmischt, weil sie ja die halbe zeit hier in wien verbringt), also leb ich es auch. ganz egal, wie enttäuscht mein kleiner bruder von dieser entscheidung ist. tut mir leid, irgendwo muss ich auch meinen egoismus walten lassen.
der eine mann und ich können die feiertage nicht gemeinsam verbringen, weil wir geografisch doch ein stückchen voneinander getrennt sind und es sich einfach nicht ausgeht. aber nächstes jahr, da sehen wir uns wieder. natürlich hätte ich ihn gerne genau in dieser sekunde hier bei mir, und ich weiß, dass es ihm nicht anders geht, aber das spielts leider nicht. gut, ist nun mal so, aber zumindest kann ich mich noch länger an der vorfreude auf jänner laben. ist ja auch was schönes.
also, meine lieben, ein frohes und besinnliches fest wünsche ich. nicht, dass ich viel auf weihnachten geben würde, aber ein bisschen ruhe haben wir uns gegen jahresende alle verdient. ganz egal, wie man diese ruhe dann im endeffekt feiert.









